Menu Content/Inhalt
Home arrow Vorträge arrow Verlust der Kindheit

Verlust der Kindheit

Im Fach der Frauenheilkunde spielen Scham und Anstand eine hintergründige Rolle, wiewohl dies unsere Disziplin noch nicht gebührend thematisiert hat. Vor allem beim Übergang von der Kindheit in der reproduktive Phase, also in der Pubertät sieht man, dass Schamgefühe nicht nur vom kulturellen Umfeld abhängen und damit anerzogen, sondern inhärente Eigenschaften der Personalogenese sind. Dafür verantwortlich sind neuroendokrine Veränderungen, die in der Pubertät ablaufen und nicht nur den gesamten Stoffwechsel verändern, sondern auch den psychischen Habitus, die Perzeption der Unwelt und auch die Schutzreflexe des Schamgefühls. Dies zu ignorieren kann dem Kind Probleme bereiten und müsste auch beim staatlich verordneten Aufklärungsunterricht berücksichtigt werden.

In der Pubertät erlebt der junge Mensch erstmals die personale Dimension der sexuellen Kommunikation und versucht diese - auch durch das Schamgefühl - zu schützen. Dafür mitverantwortlich sind Prolaktin und Oxytocin. Vor allem das weibliche Gehirn denkt bei der Sexualität nachhaltiger als das männliche - der weibliche Körper wehrt sich gegen den Imperativ des rasch zur Sache Kommenden, des Unmittelbaren und der kostengünstigen Bedürfnisbefriedigung - und verwendet dafür auch das Schamgefühl.

11:15 - 12:00


Johannes Huber

 
< zurück   weiter >